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Michael "Speggy" Walter - Back from Hell's kitchen

Schon als Kleinkind sagten die Leute ihm eine vielversprechende Karriere voraus. Geboren in einer Kleinstadt am Mittelrhein, war er der einzige Fünfjährige der es im Kinderchor schaffte, die altgotischen Fenster seiner Heimatkirche mit seiner Stimme zum zerplatzen zu bringen. Nicht etwa während einer Aufführung der '' SCHÖPFUNG" von Josef Haydn, sondern als die kleine Maria S. ihn in der Chorprobe versuchte zu küssen. Ausgestattet mit dieser Gottesgabe, reichte man ihn von Kirchentag zu Kirchentag und von Domfest zu Pfarrfest durch. In weiser Voraussicht klebten die Leute vor jedem Auftritt die Fenster mit Klebeband ab. Doch mit den Jahren wuchs auch seine Stimmgewalt. Zum traurigen Showdown kam es als er als Elfjähriger vor dem Papst in Rom singen sollte. Dort sang er in der sixtinischen Kapelle die Fresken von Michel Angelo von der Decke. Der Papst gab ihm darauf hin Hausverbot auf Lebenszeit und drohte ihm bei Missachtung dessen mit der Exkommunizierung.

Enttäuscht und niedergeschlagen beendete er seine junge Karriere und entschloss sich nach der Schule eine Ausbildung zum Koch anzutreten.

Was da auf unseren jungen Speggy zukam übersteigt jegliche Vorstellungskraft.

Alle Mächte der Finsternis hatten in dieser Hotelküche eine Anstellung bekommen. Satan persönlich fungierte als Küchenchef und trieb eine wilde, seelenlose Horde von Zombies und blutsaugenden Vampiren vor sich her. Womit diese Freaks dort kochten, ließ einem das Blut in den Adern gefrieren. Was nach Aussen hin wie eine ganz normale Speisekarte aussah, war in Wirklichkeit eine Menüfolge des Grauens. Was darin als Rind, Schwein, Kalb oder Pute angepriesen wurde, war in der Tat eine Sammlung von freilaufenden Haustieren aus der benachbarten Parkanlage. Ja, auch der putzige Hansi sitzt nicht mehr auf seiner Stange im Käfig und singt sein Lied der Freiheit. Doch das wohl schrecklichste war die saftige Beinscheibe vom Jungbullen, die in Wahrheit aus den in Scheiben geschnittenen Beinen der 61 Jährigen Spülfrau zubereitet wurden. Immer öfter wollten die Dämonen auch Speggy ans Leder. Oder besser gesagt an die Leber. Er besann sich auf seine Vergangenheit und konnte die Monster mit christlichen Gesängen auf Distanz halten. Zwar hatte er nach dem Stimmbruch nicht mehr die Höhe in der Stimme um Sachen kaputt zu singen, aber ein fröhlich geschmettertes ''TRANSEAMUS" reichte aus um unversehrt zu bleiben. So zwang man ihn lediglich 7 Jahre Kartoffeln zu schälen und die Arbeiten der verschollenen Spülfrau zu übernehmen. Als ihm dann durch Zufall ein Gebetbuch in die Hände fiel, das ein Gast liegen gelassen hatte, ebnete er sich damit den Weg in die Freiheit. Er sang 14 Stunden lang Gregorianische Choräle und Psalme, bis dann endlich alle Vampire zu Staub zerfallen waren und auch der letzte Dämon in die Unterwelt zurückgekehrt war. Fortan nannte man Speggy auch den John Sinclair der Gastronomie.

Auf einer eigens für ihn veranstalteten Dankesparty vom Club Deutscher Köche e.V. lernte er Tino kennen, der mit seiner damaligen Tanzband für dieses Fest gebucht worden war. Gemeinsam mit ihm fand er endlich bei EIGHT-BALLS seine wahre Berufung zum Rocksänger. Ausgestattet mit einer gewaltigen, wenn auch manchmal gewalttätigen Stimme komplettiert er diese Formation zwischen Genie und Wahnsinn. Halleluja !!!